Wie wir wurden, wer wir sind
Wir schreiben das Jahr 1251.
Friedrich II. , der letzte große Staufer-Kaiser ist tot. Sein Sohn Konrad ist ein schwacher Regent, dessen
Interesse nicht dem Erhalt des Reiches, sondern in erster Linie seinen Besitztümern in Italien gilt. Das
frühere Imperium seines Vaters droht zu zerfallen. Machthungrige Könige, Herzöge und Kirchenmänner
wollen sich ihren Teil des Hl. Römischen Reiches nehmen.
Im Rheinland dehnt der Gegenkönig Wilhelm von Holland seine Macht in Richtung Westfalen aus.
Unterstützt wird er dabei vom Kölner Erzbischof Konrad I. von Hochstaden.
Dieser hat schon einmal, im Jahr 1244, mit seinen Truppen den Rhein überschritten und sich nie mehr ganz
zurückgezogen. In dieser Zeit veranlasste er auch den Bau einer Stadtmauer um die Häuser der „Civitatis
Asnidensis“ ,der Bügerschaft der Stadt Essen .
Hierdurch wollte er den Machtbereich der Reichsäbtissin Berta von Arnsberg beschneiden. Diese musste
sich mit dem Kölner arrangieren, da Sie zwar die hohe Gerichtsbarkeit im Stift inne hat, aber über keine
eigenen Truppen verfügt. Auch ein Schutzvogt steht ihr nicht zur Seite, da nach dem Tod des letzten Vogts-
Heinrich von Sayn- der Erzbischof selber ein Auge auf Stadt und Stift wirft.
Zwar hat sie mit Graf Otto von Altena und der Mark, dem Vogt der Abtei Werden, einen Nachbarn der
Kondrad von Hochstaden nicht freundschaftlich gesinnt ist, jedoch ist dieser Vogt weder willens noch in der
Lage dem Kölner die Stirn zu bieten.
Die Bürger der Stadt sind auf der einen Seite froh, mehr Eigenständigkeit zu haben, wissen aber andererseits
nicht wirklich, welcher „Herr“ denn nun das kleinere Übel darstellt. Auch die Menschen auf den übrigen
Ländereien des Stiftes sind verunsichert. Immer wieder gibt es Gerüchte über grausige Übergriffe der
Truppen des Erzbischofs.
In solch unsicheren Zeiten muss man sich schon mal entscheiden, wem man die Treue hält.
Und das haben wir getan.....
Wir halten treu zu unserer Äbtissin , die unsere Herrin ist. Schließlich hat unser Kaiser die Äbtissin mit der
Gewalt über das Stift Essen ausgestattet und sein Wort gilt ! Auch über den Tod hinaus.....wenn er überhaupt
tot ist. Es gehen gar seltsame Gerüchte über ihn; dass er sich nur im Kyffhäuser versteckt hält um dereinst
ruhmreich zurückzukehren. Sicherlich nur Geschwätz...obwohl : zuzutrauen wäre es ihm schon.
Wie dem auch sei....
Wir sind auf Geheiß der Äbtissin und ihrer (sehr verschwiegenen) Verbündeten in wichtigen Geschäften
unterwegs. Ob als Ritter, als Händler , als geistlicher Legat oder als Magd. Und so könnt Ihr uns treffen,
wenn wir zu den großen Markttagen ziehen und am Rande der Turniere unsere Zelte aufschlagen.
Wir begegnen Euch in Frieden, wenn unsere Wege sich kreuzen......haltet es genauso !
Pax vobiscum
Überarbeitung von Roberts Entwurf aus Feb 2004
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letzte änderung:27.02.2012